Dr. med. Roland Reininghaus
Dr. med. Peter Trümper
Dr. med. Rudolf Schulte
Fachärzte für Allgemeinmedizin

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Aktuelles

Hausmittel bei Durchfall und Erbrechen

Durchfall wird in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt, auch wenn Bakterien ursächlich sein können, oft sind es auch Viren, wie etwa Noro- oder Norwalk-Virus. Anstecken kann man sich, indem man etwas Falsches isst (z.B. die Salmonellen-verseuchte Mayonnaise) oder aber durch Schmierinfektion (z.B. der kontaminierte Griff der Toilettentür).

Man sollte nach dem Motto „was raus muss, muss raus“, dem Durchfall seinen Lauf lassen, aber darauf achten, dass die Flüssigkeit und die Elektrolyte wieder zugeführt, substituiert, werden. Elo-Trans oder eine andere Elektrolyt-Flüssigkeit kann hier hilfreich sein, meist reicht es aber, ausreichend schwarzen Tee, Apfelsaftschorle oder Cola zu trinken, oder einfach Wasser mit einem EL Zucker und einem TL Salz.

Essen: zunächst nur Zwieback und Salzstangen, dann geriebene Äpfel (durch das Reiben werden Pektine frei, die den Stuhl formen), Hühnerbrühe, vielleicht mit Ingwer (gegen Übelkeit) und Chili (bakterizid), Reis, Karotten.

Damit Essen und Trinken nicht postwendend wieder erbrochen wird, wäre ein Antiemetikum (Antibrechmittel) ratsam: z. B. Dimenhydrinat (Vomex® oder Vomacur®). Wer es homöopatisch mag, nehme Nux vomica oder, pflanzlich, Iberogast.

Weitere Medikamente: Bei krampfartigen Bauchschmerzen: Buscopan® (plus). Bei hoher Stuhlfrequenz kann Imodium® (=Lopedium) hilfreich sein, obwohl es eigentlich nur den Darm ruhigstellt. Tannacomp® enthält Tannin, das adstringierend auf die Schleimhäute wirkt (Tannin wird auch frei, wenn man schwarzen Tee lange ziehen lässt). Aktiv-Kohle (z.B. Kohle Compretten®) kann helfen, wenn der Durchfall durch Bakterientoxine verursacht wird. Das weiß man natürlich nicht, ein Versuch damit kann aber nicht schaden: Dann muss man aber gleich zwanzig Stück über den Tag verteilt einnehmen.

Wenn das Schlimmste vorbei ist, kann es sinnvoll sein, die normale Darmflora mit Perenterol oder Actimel oder Yacult wiederherzustellen. Sie regeneriert sich aber auch von selber wieder. In der Regel dauert eine Durchfallerkrankung drei Tage, es kann aber sein, dass man hinterher noch durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust noch etwas Kreislaufprobleme hat.

Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Wochen an oder ging ein Aufenthalt in den Tropen voraus, kann eine mikroskopische Stuhluntersuchung ratsam sein.

Alle hier genannten Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Naturheilkunde und Hausmittel bei Erkältung:

Schnupfen: Nasendusche mit Emser Salz, ätherische Öle, Bronchoforton-Inhalierset, Soledum Kps. Wenn die Nase verstopft ist: Nasenspray (v.a. abends. Vorsicht: Gefahr der Gewöhnung). Bei wunden Nasenlöchern hilft Bepanthen®-Augen-u.Nasensalbe.

Halsschmerzen, Heiserkeit: Salbeitee, Gurgeln mit Wasserstoffperoxid,
Zwiebelwickel: Zwiebel in Schmalz erhitzen und aus Küchenpapier und Geschirrtuch einen heißen Wickel um den Hals machen.

Husten: Morgens lösen, abends Dämpfen (z. B.Spitzwegerich-Kapseln oder Silomat-Saft, Hustenstiller ratio). Zum Lösen viel trinken, Acetylcystein oder Mucosolvan. Bronchicum oder Bronchipret, Heumanns Hustentee, heiße Milch mit Honig.

Kamilledampfbad: heißes Wasser auf Kamillenblüten oder Kamillenextrakt, dann mit einem Handtuch über dem Kopf die Dämpfe einatmen.

Ätherische Öle etc.: Einreibungen mit Campher oder Ätherischen Ölen (Euflux®, Chinaöl, Pinimenthol®) sorgen für freie Atmung (kann teilw.auch inhaliert werden) – Nicht für Asthmatiker.

Fieber: viel trinken, Fieber ausschwitzen und erst bei über 39° senken (unter Fieber sind die körpereigenen Abwehrkräfte aktiver), z.B. mit Wadenwickeln: nasskalte Handtücher um die Waden und nach oben zum Verdunsten offen lassen. Man kann auch in eine warme Badewanne steigen und die Körpertemperatur durch Zulaufen von kaltem Wasser senken (aber nicht, wenn man fröstelt, dann mit einer Wärmflasche ins Bett und eine Schwitzkur machen).

Medikamente: ASS, Ibuprofen 400 oder Paracetamol (Mischpräparate vermeiden), bis zu 3 mal 2 Tbl. (oder je 3 mal1), Antibiotika nur bei bakteriellen Entzündungen.

homöopathisch oder pflanzlich: Infludo senkt die grippalen Beschwerden bei akutem Infekt, bei häufig wiederkehrenden Infekten kann ein Versuch mit Echinacin zur Stärkung der körpereigenen Abwehr sinnvoll sein. Tonsipret bei Rachenschmerzen, Sinupret bei Sinusitis.

Essen: viel Vitamine, Obst, heiße Hühnerbrühe mit Ingwer (chinesische Heilkunst) und vor allem bei Fieber viel trinken. Heißer Holunderbeersaft mit Zitrone schmeckt gut und hat eine gute Heilwirkung, ebenso Holunderblütentee oder Ingwertee.

Krankenzimmer ausreichend lüften, dabei aber warm einpacken (Stoßlüften: ein paarmal am Tage für zehn Minuten das ganze Fenster aufmachen)

Im Prinzip: Viel schlafen, viel trinken, viel Schwitzen, viel frische Luft, viel Vitamine!